Deutsche Studierende erhalten für ein Erasmus+ Praktikum 2026 zwischen 400 und 670 Euro pro Monat — je nach Zielland. Hinzu kommt ein Reisekostenzuschuss von 180 bis 360 Euro. Die Bewerbung läuft über das Erasmus-Büro deiner Hochschule, nicht direkt bei der EU. Dieser Leitfaden erklärt die genauen Beträge, Fristen und Schritte.
Wer kann das Erasmus+ Praktikum beantragen?
Das Erasmus+ Praktikum (offiziell: Erasmus+ Traineeship) steht deutschen Studierenden offen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
- Einschreibung an einer deutschen Hochschule, die am Erasmus+-Programm teilnimmt (nahezu alle staatlichen Hochschulen)
- Ausreichend ECTS-Punkte — die genaue Anforderung variiert je nach Hochschule (häufig ab 2. Semester)
- Mindestdauer des Praktikums: 2 Monate (60 Tage), Maximum 12 Monate pro Studienabschnitt
- Praktikumsstelle im EU-Ausland oder einem assoziierten Land (Türkei, Nordmazedonien, Serbien, Georgien u.a.)
- Die Praktikumsstelle darf keine EU-Institution sein (Europäische Kommission, Europaparlament etc.)
Auch Absolventen können Erasmus+ Praktikum nutzen — das Praktikum muss aber innerhalb von 12 Monaten nach dem Abschluss beginnen und von der Hochschule bestätigt sein.
Wie hoch ist die Erasmus+ Förderung 2026?
Die Stipendienhöhe ist nach Ländergruppen gestaffelt — teurere Zielländer erhalten mehr:
| Ländergruppe | Länder (Beispiele) | Förderung/Monat | Reisekostenzuschuss |
|---|---|---|---|
| Gruppe 1 | Dänemark, Finnland, Irland, Island, Liechtenstein, Luxemburg, Norwegen, Schweden | 670 € | 360 € |
| Gruppe 2 | Belgien, Frankreich, Italien, Malta, Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien | 530 € | 275 € |
| Gruppe 3 | Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn | 400 € | 180 € |
Hinweis: Deutschen Studierenden mit weniger als 1.000 Euro monatlichem Haushaltsnettoeinkommen steht zusätzlich ein DAAD-Zuschlag zu (je nach Hochschule bis zu 250 Euro extra). Frag dein Erasmus-Büro explizit danach.
Schritt-für-Schritt-Bewerbung für das Erasmus+ Praktikum
Die Bewerbung für Erasmus+ Praktikum läuft vollständig über deine Hochschule — du bewirbst dich nicht direkt bei der EU-Kommission. So funktioniert der Prozess:
- Praktikumsstelle finden: Suche selbst nach einem Unternehmen oder einer Organisation im EU-Ausland. Nützliche Plattformen: Internship Abroad, EURES, Erasmus Intern, LinkedIn. Die Stelle muss min. 2 Monate dauern und im Einklang mit deinem Studiengang stehen.
- Erasmus-Büro kontaktieren: Wende dich an das International Office deiner Hochschule. Sie prüfen, ob die Stelle förderfähig ist und teilen dir den Bewerbungskalender mit.
- OLS-Sprachtest: Du absolvierst vor Beginn einen Online Language Support Test (OLS) in der Sprache des Ziellandes. Das Ergebnis bestimmt nicht, ob du die Förderung bekommst — es dient nur zur Bestandsaufnahme.
- Learning Agreement ausfüllen: Das Learning Agreement ist der Kernvertrag: Deine Hochschule, dein Unternehmen und du vereinbaren, welche Lernziele erreicht werden. Ohne unterzeichnetes Learning Agreement keine Förderung.
- Grant Agreement und Auszahlung: Nach Genehmigung erhältst du ein Grant Agreement von deiner Hochschule. Die Auszahlung erfolgt in der Regel in zwei Tranchen: 70-80 % vor Beginn, Rest nach Rückkehr.
Damit du dich bei der Praktikumsstelle überzeugend präsentierst, schau dir an, wie ein Wirtschaftsstudent sein Profil aufbaut — strukturiert und konkret, genau so, wie europäische Unternehmen es erwarten.
Fristen 2026: Wann musst du dich bewerben?
Die Erasmus-Fristen sind hochschulspezifisch — es gibt keine bundesweite Einheitsdeadline. Als Orientierung:
- Sommersemester-Praktika (ab April/Mai 2026): Bewerbung typischerweise November-Januar
- Wintersemester-Praktika (ab Oktober/November 2026): Bewerbung typischerweise Mai-Juli 2026
- Ganzjährige Praktika (12 Monate ab Herbst 2026): Oft späteste Bewerbung im Juni 2026
Empfehlung: Kontaktiere dein International Office mindestens 4 Monate vor geplantem Praktikumsbeginn. Das Learning Agreement muss von allen drei Parteien unterschrieben sein, bevor du abreist — das braucht Zeit.
Erasmus+ mit anderen Förderungen kombinieren
Mehrere Förderungen lassen sich mit Erasmus+ kombinieren:
- DAAD-Stipendien: Der DAAD bietet ergänzende Förderungen für Auslandspraktika an — besonders für Master- und Promotionsstudierende. Deadlines oft im Herbst für das Folgejahr.
- Deutschland-Stipendium: 300 Euro/Monat, einkommensunabhängig. Kann parallel zu Erasmus+ laufen.
- Bildungskredit: Bis zu 7.200 Euro zinsgünstiger Kredit über das Bundesverwaltungsamt. Unabhängig von BAföG-Anspruch.
- BAföG im Ausland: BAföG wird während eines Auslandspraktikums in der Regel weitergezahlt — frag dein BAföG-Amt.
Suche jetzt nach deiner Praktikumsstelle und starte dein Profil: Kostenlos registrieren auf Internship Abroad. Wir helfen deutschen Studierenden dabei, die richtigen Praktikumsstellen in ganz Europa zu finden.
Weitere Informationen zum DAAD-Stipendium findest du in unserem Artikel DAAD-Stipendium Auslandspraktikum 2026.


