Das Erasmus+ Praktikum zahlt deutschen Studierenden zwischen 620 und 790 Euro pro Monat, je nach Zielland und Hochschule. Die genaue Höhe des Stipendiums richtet sich nach der Ländergruppe des Gastlandes und dem eigenen Heimat-Bundesland. Wer jetzt im Juni oder Juli seinen Hochschulkoordinator kontaktiert, hat noch gute Chancen auf einen Platz im Wintersemester 2026/27.
Stipendienhöhe nach Ländergruppe (2026)
Erasmus+ unterteilt die Zielländer in drei Gruppen je nach Lebenshaltungskosten. Die Beträge können von Hochschule zu Hochschule leicht variieren, da die Institutionen einen Anteil aus eigenen Mitteln aufstocken können:
| Ländergruppe | Stipendium pro Monat | Beispielländer |
|---|---|---|
| Gruppe 1 (hohe Lebenshaltungskosten) | 790 EUR | Dänemark, Finnland, Irland, Island, Liechtenstein, Luxemburg, Norwegen, Österreich, Schweden |
| Gruppe 2 (mittlere Lebenshaltungskosten) | 700 EUR | Belgien, Frankreich, Griechenland, Italien, Malta, Niederlande, Portugal, Spanien, Zypern |
| Gruppe 3 (geringere Lebenshaltungskosten) | 620 EUR | Albanien, Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Nordmazedonien, Polen, Rumänien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Türkei, Ungarn |
Viele Hochschulen zahlen zusätzlich einen Aufstockungsbetrag von 50 bis 200 Euro pro Monat aus eigenen Haushaltsmitteln. Erkundige dich direkt beim International Office deiner Uni nach dem aktuellen Satz.
Welche Praktika sind förderfähig?
Nicht jedes Auslandspraktikum wird von Erasmus+ gefördert. Die wichtigsten Voraussetzungen für das Gastunternehmen und das Praktikum selbst:
- Mindestdauer: 2 Monate (60 Tage). Kürzere Aufenthalte sind nicht förderfähig.
- Maximaldauer: 12 Monate, inclusive bereits genutzter Erasmus-Studiensemester.
- Anerkannte Einrichtungen: privatwirtschaftliche Unternehmen, NGOs, öffentliche Einrichtungen, Forschungsinstitute. Ausgeschlossen: EU-Institutionen, NATO, Botschaften.
- Zielland: Erasmus+ Programmländer (EU-Staaten plus Island, Liechtenstein, Norwegen, Türkei, Nordmazedonien, Serbien) und bestimmte Partnerländer.
- Fachliche Relevanz: Das Praktikum muss zum Studiengang passen und vom Hochschulkoordinator anerkannt werden.
Praktika außerhalb der EU, zum Beispiel in Australien oder Kanada, werden über bestimmte Hochschulpartnerschaften in seltenen Fällen gefördert, sind aber die Ausnahme. Für Deutschland als Gastland für internationale Studierende wiederum ist das DAAD-Programm der übliche Weg.
Fristen 2026: Wann musst du dich bewerben?
Die Fristen variieren je nach Hochschule und hängen vom gewünschten Mobilitätsfenster ab. Als Orientierung für das akademische Jahr 2026/27:
| Mobilitätsfenster | Typische interne Hochschulfrist | Abreise (Richtwert) |
|---|---|---|
| Wintersemester 2026/27 oder Herbst/Winter | Juni bis August 2026 | September bis Oktober 2026 |
| Sommersemester 2027 oder Frühjahr/Sommer | Oktober bis Dezember 2026 | Februar bis März 2027 |
| Ganzes akademisches Jahr 2026/27 | Februar bis März 2026 (bereits abgelaufen) | September 2026 |
Wer jetzt im Juni oder Juli 2026 seinen Hochschulkoordinator kontaktiert, liegt noch rechtzeitig für ein Wintersemester-Praktikum. Verpasse dieses Fenster nicht, die nächste Runde beginnt erst im Oktober.
Bewerbungsschritte im Überblick
- Schritt 1: Hochschulkoordinator kontaktieren. Das International Office oder Erasmus+ Büro deiner Hochschule ist die erste Anlaufstelle. Hole die hochschuleigene Bewerbungsmappe ab und frage nach dem internen Antragsformular.
- Schritt 2: Praktikumsplatz finden. Du kannst selbst einen Platz akquirieren oder über das Netzwerk deiner Hochschule suchen. Plattformen wie Living Profile helfen dir dabei, deinen Bewerbungsprozess strukturiert zu gestalten.
- Schritt 3: Online Learning Agreement (OLA) ausfüllen. Dieses Dokument beschreibt deine Tätigkeiten und Lernziele im Gastunternehmen. Es muss von dir, der Hochschule und dem Gastgeber unterzeichnet werden.
- Schritt 4: OLS-Sprachtest absolvieren. Das Online Language Support System testet deine Sprachkenntnisse in der Hauptsprache des Gastlandes. Das Ergebnis beeinflusst nicht die Förderzusage, ist aber Pflicht.
- Schritt 5: Erasmus+ App und Fördervertrag. Du unterzeichnest den Fördervertrag und erhältst die erste Tranche des Stipendiums (70 bis 80 Prozent) vor der Abreise.
- Schritt 6: Erfahrungsbericht nach Rückkehr. Nach dem Praktikum füllst du einen EU Survey aus. Danach wird der Rest des Stipendiums ausgezahlt.
Erasmus+ vs. DAAD-Stipendium: Was ist besser?
Beide Programme fördern Auslandspraktika, unterscheiden sich aber in Reichweite und Anforderungen:
| Kriterium | Erasmus+ | DAAD |
|---|---|---|
| Zielländer | Erasmus+ Programmländer (Europa plus wenige Partner) | Weltweit (inkl. USA, Kanada, Australien, Asien) |
| Monatlicher Betrag | 620 bis 790 EUR (je nach Gruppe) | 650 bis 1.200 EUR je nach Programm und Land |
| Bewerbung läuft über | Eigene Hochschule (International Office) | Direkt beim DAAD oder über die Hochschule |
| Kombinierbar? | Nicht mit DAAD-Praktikumsstipendien kombinierbar | Nicht mit Erasmus+ kombinierbar |
| Mit BAföG kombinierbar? | Ja, Auslands-BAföG wird parallel gezahlt | Ja, bei den meisten DAAD-Programmen |
Willst du ein Praktikum in Spanien oder Portugal? Dann ist Erasmus+ meist die schnellere und einfachere Option. Zieht es dich nach Übersee, lohnt sich ein Blick auf DAAD-Programme und die DAAD-Geldgeber-Übersicht für deutsche Studenten.
Beliebte Zielorte für deutsche Erasmus+ Praktikanten
Die beliebtesten Destinationen für deutsche Studierende beim Erasmus+ Praktikum sind Spanien (vor allem Barcelona und Madrid), Portugal (besonders Lissabon), die Niederlande und Italien. Australien ist über Erasmus+ in der Regel nicht förderbar, aber über DAAD-WISE oder eigene Mittel gut erreichbar.
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